Ansichten eines Troubadours, Woche 3: „Helden, Hünen und Verräter“, Tag 5.

Willkommen zurück und einen wunderschönen Freitagabend!

Falls du heute von Riesenspinnen mit Fresssucht geträumt hast, tut mir das leid. Ich für mein Teil hab geschlafen wie Granit. Wie Basalt in Cocktailsauce. Wie Marmor in Blätterteig. Wie Kalkstein in Teigtaschen.

Weihnachten steht vor der Hintertür, es ist immerhin schon in einem Monat, und jeder geifert sich durch Geschenkideen und Einkaufsstraßen.

Ich nicht.

Ja. Ganz recht. Und ich werde dir auch gleich erklären, wieso.

Fakt zum Tag: Heute vor 23 Jahren spielt die Grunge-Band Nirvana ein Unplugged-Konzert in New York, das später auf CD veröffentlicht wird.

Ah! Eines meiner absoluten Lieblingsalben. Schlicht und ergreifend: Genial. Unbedingt auschecken, falls es dir entgangen sein sollte.

Schau:

 

Yeah! Da sach ich mal: Rock’n’Roll und mögen die Archonten sich jut festhalten!

Also wo war ich vorher?

Genau. Jannis Raptis macht keine Geschenke.

Nun. Das ist so nicht richtig. Meine Meinung ist Folgende und ich weiß, dass ich da ziemlich allein dastehe: Jemandem Geschenke zu machen, weil Weihnachten es so befiehlt, empfinde ich als ausgesprochen superfiziell und hypokritisch. Gott, die Amerikanisierung peitscht! *lacht*

Wieso sollte ich jemandem ausgerechnet an diesem Tag ein Geschenk machen? An einem Tag, den IRGENDWER vorgibt! Sei es der Staat Kalifornien, der Prälat oder Santa Claus im Schlafrock.

Das ist nicht so mein Ding. Das hat nichts mit Möchtegern-Rebellentum zu tun, vermutlich bin ich im Herzen der größte Spießer von uns Allen. Es ist nur… Hm. Es fühlt sich einfach nicht richtig für mich an. Womit ich KEINESFALLS die Absicht hege, irgendwen zu kritisieren, weit gefehlt.

Ich erzähle dir nur, wie ich es machen würde. Ich nämlich würde jemandem, den ich sehr gern hab, einfach spontan Geschenke machen. Wenn ich etwas im Schaufenster sehe und mir denke: Das wird ihm oder ihr gefallen, dann kaufe ich es voller Überzeugung (!), was auch immer es ist, und gebe es ihm oder ihr ohne viel Tohuwabohu beim nächsten Treffen. Ohne Bescherung, ohne Seitenblicke.

Dieser Weihnachtsstress jahrein, jahraus zahrt mich persönlich ned. Denn überleg mal: Es ist für die meisten Leute der pure Stress. Wir beide wissen das.

Macht das Sinn?

Macht es Sinn, sich vollkommen am Limit durch die Mall zu kämpfen, mit dem Krummsäbel den Pfad vor Lamettas, Rieseneichhörnchen und grünen Kobolden freizuschalten und schlussendlich, Blut hustend, die Kreditkarte überzustrapazieren für Leute, die man ohnehin nicht mag?

Das wage ich infrage zu stellen.

Da kann ich doch gleich als Santa Claus durch den Sechzehnten torkeln, eine hochamerikanische Cola-Flasche in der Hand haltend, und dabei La Paloma grölen.

Aber gut.

Ich kann nicht zählen, wie oft ich mit guten Freunden über dieses Thema debattiert hab. Denn jeder liebt dieses Treiben. Die Bescherung. Die Lichter. Die Magie. Die Gerüche.

Ja. Ja. Ja. Ich verstehe es eh. Und der Kapitalismus streichelt durchaus auch meine inneren erogenen Zonen. Aber Geschenke zu kaufen, weil er mich dazu zwingt, werde ich nicht. Noch nicht.

So. Und jetzt entschuldige mich, ich schau Asia’s Next Topmodel weiter und stopf mich mit Vollmilchschokolade voll.

Denn ich habe keinen Job, keine Frau und erst recht nicht die Kraft, etwas daran zu ändern. Jamas!

 

 

(Jannis Raptis, „Ansichten eines Troubadours“ Blog 2016, www.jannisraptis.com)

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