Ansichten eines Troubadours, Woche 31: „Welpen, Ukulelen und Halloumi“

Einen wunderschönen guten Morgen und ein herzliches Prost aus Zypern! Ich melde mich von meiner wunderschönen Airbnb-Bleibe aus, wo die Ukulele und der Hundewelpe meiner Gastgeber mir zuckersüße Gesellschaft leisten und die vierzig bis fünfzig Grad Celsius ein wenig erträglicher machen.

Mann, tut es gut, wieder die Straße zu hitten!

Es ist eine ganz spezielle Form der Meditation, die mir sehr gefällt und die dem Urlaub eigentümlich ist, und diese Meditation besteht im Wesentlichen nur daraus, durch eine Stadt zu irren, die du nicht kennst, zu schlafen und zu essen, wann immer es dir beliebt und einfach völlig gaga und doch mit vollster Achtsamkeit in den Moment zu tauchen, ohne ans Gestern oder gar ans Morgen zu denken.

Es ist toll! Mitunter bin ich sogar so tief im Moment drin, dass ich mich kurz frage: Was ist vor fünf Minuten nochmal passiert?

Probier’s mal aus!

Und obwohl ich (neben der Umherirren-Meditation) ansonsten fast dasselbe tue wie in Wien, nämlich schreiben, trinken und mein Instrument beklimpern (die Reihenfolge variiert), fühlt es sich überall, wo nicht Wien ist, doch gleich viel besser an.

Hoher Lebensstandard auf Kosten von Lebensgefühl vielleicht? *vielsagend-in-die-Kamera-blickend*

Wie auch immer. Ich habe in den letzten Wochen reichlich Zeit gehabt, über Wien und das Stadium, das es derzeit durchlebt, nachzudenken und bin zu einigen Antworten gekommen. Eines Tages werden wir darüber sprechen, aber nicht jetzt.

Ich hoffe jedenfalls, dir geht es perfekt, wo auch immer du gerade bist!

Genieß die Sonnenstrahlen, genieß die Gunst des Sommers. Du wirst sie brauchen, denn der Winter naht.

 

Ich für mein Teil bin in einem Breitengrad, der es mir leider nicht erlaubt zwischen 11:00 und 17:00 Uhr das Haus zu verlassen. Zypern befindet sich viel weiter südlich als Griechenland, fast schon in Richtung Nordafrika. Die Sonne hier ist verdammt gefährlich.

 

Even better! Bleibt mehr Zeit zu Arbeiten! *lacht manisch* Es gibt für mich persönlich kaum eine produktivere Zeit als den Sommer. Das war immer schon so. Ich mein, letztes Jahr hab ich auf der Insel Zakynthos fast zehn Stunden täglich geschrieben. Abends gab’s dann alkoholische Beveragen und den einen oder anderen Leckerbissen… Hach, es war ein guter Sommer.

Kaum zu glauben, dass meine Tage als ewiger Junggeselle gezählt sind! *lacht*

Ist es nicht verblüffend, was für Stadien der Mensch zu durchwandern in der Lage ist? Wie viel sich innerhalb kürzester Zeit verändern kann? Ich spreche hier nur aus meinem persönlichen Erfahrungsschatz, von den letzten 12 Monaten, die der wichtigste Wendepunkt in meinem Leben waren, als mir plötzlich klar wurde, wo ich sein will, was ich tun will und mit wem ich all das teilen möchte.

Faszinierend!

Dennoch: Als ich gestern alleine durch die Gassen schlenderte (meine Partnerin kommt erst heute Abend an) musste ich taumeln angesichts der außerordentlichen Schönheit der Einheimischen. Unfassbar gute Gene, schmerzhaft schöne Frauenzimmer!

Bravo.

An alle Steppenwölfe, die meinen Blog lesen: Next stop, Cryprus! Trust me, boys.

So viel zu meiner Statusmeldung. Viel mehr habe ich eigentlich nicht zu sagen. Liebend gerne würde ich mit dir über das Tao sprechen, aber das habe ich schon oft und wenn du neu im Blog bist, lies dir am besten die letzten Beiträge durch.

Weiterhin über das Tao zu sprechen, macht die Sache unglaubwürdig. Das Tao steckt nicht in Worten. Das Tao steckt in der Ukulele, die ich in ein arabisches Saiteninstrument verwandelt habe, im Hundewelpen, mit dem ich kuschle und in der Wassermelone mit Halloumi, die die Zyprioten scheinbar gerne essen.

Das Tao steckt im Gestank der U6, in der Whatsapp-Nachricht, die dir gestern den Magen verdorben hat, im nicht funktionierenden Fenster am Beifahrersitz, das du immer noch nicht hast reparieren lassen, und in den zerfledderten Seiten der Heute-Zeitung.

Ich wünsche dir einen wunderschönen Sommer und freue mich auch meinerseits auf eine schöne Zeit mit meiner Frau, meinem Buch und meiner Musik.

Alles Liebe,

Dein Troubadour

 

(Jannis Raptis, „Ansichten eines Troubadours“ Blog 2017, http://www.jannisraptis.com)

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