Ansichten eines Troubadours, Woche 5: „Kaiser, Ritter und Scholaren“, Tag 3.

(…) ἐπειδὴ οὖν ἡ φύσις δίχα ἐτμήθη, ποθοῦν ἕκαστον τὸ ἥμισυ τὸ αὑτοῦ συνῄει, καὶ περιβάλλοντες τὰς χεῖρας καὶ συμπλεκόμενοι ἀλλήλοις, ἐπιθυμοῦντες συμφῦναι, ἀπέθνῃσκον ὑπὸ λιμοῦ καὶ τῆς (191b) ἄλλης ἀργίας διὰ τὸ μηδὲν ἐθέλειν χωρὶς ἀλλήλων ποιεῖν. καὶ ὁπότε τι ἀποθάνοι τῶν ἡμίσεων, τὸ δὲ λειφθείη, τὸ λειφθὲν ἄλλο ἐζήτει καὶ συνεπλέκετο, εἴτε γυναικὸς τῆς ὅλης ἐντύχοι ἡμίσει–ὃ δὴ νῦν γυναῖκα καλοῦμεν–εἴτε ἀνδρός· καὶ οὕτως ἀπώλλυντο. (aus: Platon, Symposion, Rede des Aristophanes)

Als nun so ihr Körper in zwei Teile zerschnitten war, trat jede Hälfte mit sehnsüchtigem Verlangen an ihre andere Hälfte heran, und sie schlangen die Arme umeinander und hielten sich umfasst, voller Begierde, wieder zusammenzuwachsen; und so starben sie vor Hunger und Vernachlässigung ihrer sonstigen Bedürfnisse, da sie nichts getrennt voneinander tun mochten. Und wenn etwa die eine von beiden Hälften starb und die andere noch übrig blieb, dann suchte diese sich eine andere und umfasste diese, mochte sie dabei nun auf die Hälfte eines ganzen Weibes, also das, was wir jetzt Weib nennen, oder eines ganzen Mannes treffen, und so gingen sie miteinander zu Grunde. (aus: Platon, Symposion, Rede des Aristophanes)

Einen wunderschönen Mittwochnachmittag, Schwesterherz und Brüderlein! Alles okay soweit?

Was hältst du von dem obigen Zitat aus der Theorie der Kugelmenschen von Platon? Beziehungsweise, was hältst du von dem Mythos an sich? Falls du ihn nicht kennst, empfehle ich dir, ihn durchzulesen. Ich habe ihn zwar nie in meinem Leben gänzlich verstanden, aber trotzdem hat er mir immer gefallen und im Endeffekt geht es, so denke ich, um eine unerschütterliche Wahrheit: Den Drang, zur Einheit zurückzukehren. Oder konkreter: Den Moment der sexuellen Vereinigung zu einem Fest zu machen, in dem die Dualität für kurze Zeit aufgehoben wird und den Teilnehmern eine Rückkehr zur Einheit ermöglicht.

Auch gefällt mir, dass Aristophanes in seiner Rede innerhalb des platonischen Textes erwähnt, man solle doch dem Gott Eros, dem Liebesgott, die größten Altäre bauen und Opfer bringen, da er doch der Wichtigste ist.

Hach, ich erinnere mich gerade voller Nostalgie an mein abgebrochenes Philosophiestudium. Irgendwie hätte ich manchmal Lust, es wieder aufzunehmen und mich dieser Wissenschaft – denn es ist eine Wissenschaft – zu widmen. Aber die Zeit! Die verdammte Zeit ist so unfassbar neidisch, wie Ovid einst schrieb. Sie flüchtet!

Und ehe du dich versiehst, hast du zwei Hypotheken, ein schreiendes Baby im Arm, eine auseinanderbrechende Ehe, einen Kleinwagen in chronischer Reparatur, Keuchhusten und den Arsch offen.

Aber gut. Das ist eine andere Geschichte.

Ober! Zahlen bitte.

Heute verkörpere ich genau die Sorte Typen, die mir am meisten am Oasch gehen. Diese Typen, die mit ihren Mützen und sorgfältig gestutzten Bärten im Café sitzen, an ihren Laptops tippen und einen auf semi-intellektuell und Teilzeitmelancholiker machen. Dabei trinken sie natürlich Chai Latte oder Welschriesling, damit jeder auch ja sieht, dass da ein echter Exzentriker sitzt. Gelegentlich fahren sie sich über den Bart und verengen die Augen zu Schlitzen, damit es so aussieht, als würden sie nachdenken.

Viele von ihnen tragen Schals und Silberringe.

Pah!

Hier ein Clip aus Family Guy, der mir dazu einfällt:

 

Haha! Immer wieder erheiternd.

Nun gut. Was war die Quintessenz des heutigen Posts eigentlich? Wie habe ich das Leben meines Lesers bereichert? Was habe ich mir eigentlich gedacht, als ich diesen Text verfasste? Ja, reden wir kurz über Platon, reißen wir hier und da mal was an, labern wir bisi vor uns hin, suhlen wir uns ein bisschen in Selbstironie, posten wir noch ein Video aus Family Guy und gehen dann nach Hause?

War es das? Ist das Leben wirklich so einfach?

Nein. Das ist es nicht. Deswegen hier noch eine Liste von berühmten Liedern mit Frauennamen:

Rosana

Roxane

Michelle

Alyson

Sarah

Angie

Brandi

Mandy

Gloria

Cecilia

Maggie Mae

Jessica

Nancy

Barbara Ann

Billy Jean

Layla

Lola

Polly

Helena

Jenny from the Block

Sherry

Laura

Wendy

Mariah

Peggy Sue

Minnie the Moocher

Tracy

Jean

Jane

Mary Ann

Eleanor Rigby

 

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(Jannis Raptis, „Ansichten eines Troubadours“ Blog 2016, www.jannisraptis.com)

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