Ansichten eines Troubadours, Woche 2: “Das Entschuldete Manöver”, Tag 3.

„Wenn euch das Leben Wunden schlug, hier suchet Trost und Rast.“ (Unbekannt)

Guten Morgen!

Ich bin aufgewühlt, doch dieser Blog beabsichtigt nicht, Schauplatz politischer Debatten zu werden.

Lass uns Zuflucht suchen. Lass uns kurz verschnaufen. Denn diese Nacht war hart. “Dinge geraten nun ins Rollen, die nicht aufzuhalten sind” … Um wieder einmal einen alten Zauberer zu zitieren, der stets genau dann eintrifft, wenn er es beabsichtigt.

*Resigniertes Seufzen*

Heute möchte ich an das Thema von vorgestern anknüpfen: Die Rückkehr zur Unschuld.

Eine meiner Leserinnen hat mir im Gespräch vorgeworfen, ich würde das Kindsein idealisieren, genauso, wie Kinder das Erwachsenensein idealisieren.

Darüber habe ich lange nachgedacht. Was denkst du?

Ich persönlich glaubte zu Beginn nicht, dass das stimmt, denn ich hege nicht die Absicht, irgendetwas zu idealisieren, viel mehr beschreibe ich auf romantische Art ein grenzenloses Sehnen nach der Verschmelzung mit dem Moment. Nach dem Glücklichsein in Form eines natürlichen, meditativen Alltags.

Aber im Endeffekt glaube ich, dass sie schon recht hat.

Es gibt kein idealeres Beispiel, um diesen Zustand in all seiner Natürlichkeit zu beschreiben, als das Kind. Denn das Kind hat diesen Zustand nicht herbeigeführt oder gar daran gearbeitet, um ihn zu erreichen.

Er war einfach da. Es war vollkommen natürlich.

Daraufhin hat sich mir eine weitere Frage gestellt: Kann man dieses Prozedere, also die „Rückverwandlung“ forcieren? Ist es möglicherweise evolutionstechnisch so gedacht und ich wehre mich mit meinem Bestreben gegen die Natur des Menschen?

Das wäre schon ziemlich trostlos.

Nein, ich bleibe bei dem, was ich am Sonntag geschrieben habe: Es ist nötig und es ist möglich.

*Heroisches, amerikanisches Blasorchester, während die amerikanische Flagge im Wind flattert*

Typisch, gel?

Gott, was war das heute für eine trostlose Nacht! Amerika im Wahlkampffieber. Ich scheiß mich an.

Also gut. Zurück zum Thema. Ich habe hier ein Video gesehen, das mich sehr, sehr beeindruckt hat. Ich war eine Mischung aus sprachlos, inspiriert und beängstigt und ich möchte dir empfehlen, es in Ruhe anzusehen:

 

Heftig, oder?

Was sagst du dazu? Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll, deswegen schweige ich.

Es hat mich jedenfalls beeindruckt.

Und um die Stimmung ein wenig zu lockern, hier noch ein Song von Santana:

 

Let the children play! Lalalala. Ich glaub, ich werd das covern. Was meinst du?

Also gut. Von mir aus, idealisiere ich das Kindesalter. Aber das ändert nichts daran, dass mein Bestreben ein Reales ist. Rückkehr zum Moment, zum nicht-wertenden Denken und zur Achtsamkeit. Rückkehr zur Empfänglichkeit für das Schöne dieser Welt.

Das kann, verdammt nochmal, doch nicht so schwer sein!

Aber mal ernsthaft: Hast du gehört, was der kleine, coole Junge gesagt hat? Was seine Vorstellung von einem glücklichen Leben ist? Wie absurd er die Idee der Machtgeilheit und des Krieges findet?

Ganz ehrlich, ich hab nicht einmal dran gedacht, dass heute der Wahlkampf ist, als ich das Grundgerüst des heutigen Blogposts erstellt habe. Jetzt aber sehe ich, dass das Thema wie die Faust aufs Auge zum heutigen Tag passt.

Natürlich bleibe ich nach wie vor unparteiisch, denn dieser Blog – und ich wiederhole – ist nicht politisch. Hier ist jeder willkommen, der geliebt werden und lieben möchte.

Denn es gibt nur eine Macht im Universum.

Und das ist die Liebe.

Harmonie. Puls. Ordnung.

Achtsamkeit. Demut. Respekt.

Mach dir keinen Kopf, Bruder/Schwester. Genieße deinen Mittwoch. Trink ein Glaserl Grüner Veltliner. Inhaliere die Schönheit der Natur und der Welt.

Wie sagt ein alter Freund von uns so schön, als er im tiefsten Mordor steckt und den Abendstern im Himmel sieht: „Woran kann Schatten rühren kann.“

 

Fakt zum Tag: Am 9. November 1988 fällt die Berliner Mauer.

 

(Jannis Raptis, „Ansichten eines Troubadours“ Blog 2016, www.jannisraptis.com)

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