Ansichten eines Troubadours, Woche 11: „Fünfzigtausend Drachmen für einen T-Rex“, Tag 1.

Fühlst du dich manchmal eigentlich auch wie ein Insekt, wenn morgens der Wecker läutet? Wie ein Käfer, der auf dem Rücken liegt und sich nicht bewegen kann? Mit den Beinchen vor sich hin rudernd und panisch quietschend?

Ja?

Gottseidank läutet bei mir daheim nicht der Wecker. Der Wecker ist ein Foltermittel, das ich abgeschafft habe. So ein Teufelszeug kommt mir persönlich nicht ins Haus.

Guten Abend, lieber Leser/liebe Leserin! *lacht*

Darf ich dir meinen Lieblingswitz erzählen?

Ich tu’s einfach. Also:

Ein Pferd kommt in die Kneipe. Schleppt sich mit verhärmtem Blick und lockerem Kiefer an den Tresen, zieht alle Blicke auf sich, und bestellt ein Glas Whisky. Der Barmann bringt ihm ein Glas und starrt das Pferd unentwegt an. Das Pferd trinkt aus und möchte zahlen. Der Barmann sagt: Zehn Mäuse. Das Pferd rollt mit den Augen, zahlt und wendet sich zum Gehen. Da ruft ihm der Barmann nach: „Verzeihung! Aber Sie sind das erste Pferd, das je in meine Bar gekommen ist!“ Das Pferd sieht ihn an und sagt: „Und vermutlich auch das Letzte, denn die Preise hier sind fürn Arsch.“

Ahaha! Großartig!

Gut. Jamas!

Na, wie geht’s dir heute? Wie hat dich der Wochenstart begrüßt? Magisch? Depressiv? Oder eher magisch depressiv?

Heute ist einer dieser Tage, an denen ich am liebsten den nächstbesten Flug nach Indien buchen und mich dort für sechs Monate in einem Ashram verkriechen würde. Heute ist einer dieser Tage, an denen ich meine eigene Spezies nicht aushalte, mich selbst am allerwenigsten. Einer dieser Tage, an denen mir wieder einmal schmerzhaft bewusst wird, wie absurd das ganze Treiben ist, das sich vor meinen Augen abspielt.

Willenlosen Sklaven gleich, stehen so viele rechtschaffene Leute morgens auf, obwohl sie lieber weiterschlafen würden, fahren „in die Arbeit“, obwohl sie so viel Größeres bewirken könnten, wenn ihnen die Mittel gegeben wären, verbringen dort den Großteil ihres Tages und kehren dann, völlig entkräftet, wieder nach Hause zurück.

Und wozu das alles?

Eines Götzens wegen, der den Namen „Geld“ trägt.

Mich packt der Entsatz!

Jeden Tag werde ich damit konfrontiert. Jeden Tag muss ich der “Realität” ins bluntunterlaufene Auge blicken.

Doch diese Arena ist nicht die Meine.

Ich will damit nichts zu tun haben. Es interessiert mich nicht. Am liebsten würde ich ganz weit fort, auf eine einsame Insel, wo ich den ganzen Tag mit den Delfinen schwimmen und dabei Cocktails trinken kann.

Hätte ich 30% mehr Eier, würd ich jetzt wahrscheinlich einen Flug buchen.

Aber ich schwinge wieder einmal nur blumige Reden und starre gedankenversunken aus dem Fenster.

Ich höre derzeit täglich die Stimmen meiner Verflossenen in meinem Kopf, lediglich unterbrochen von Liedern, die ich seit Jahren nicht mehr gespielt habe. Viele dieser Frauen sehe ich derzeit auch in meinen Träumen, in denen die Thematik meistens das Wechselspiel von Leben und Tod ist.

Ziemlich heftig eigentlich.

Do you hear the voices you left behind? #nohashtagstoday

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Möchtest du wissen, was ich heute geträumt habe?

Ich habe geträumt, dass Jesus nach der Kreuzigung auf einer Bahre zu mir getragen wurde und ich seine Wunden gewaschen habe. Der Traum war so unfassbar intensiv, dass darüber zu schreiben, an Blasphemie grenzt.

Ich weiß nicht, was das alles bedeutet.

Aber ich freue mich, dass ich mit jemandem darüber sprechen kann! *lacht* Irgendeinen Sinn muss das Bloggen ja haben!

Weißt du, was ich immer verblüffend finde? Wenn Leute mir sagen: “Ich träume nichts.” Das kann ich mir irgendwie überhaupt nicht vorstellen. Schlafen, ohne zu träumen. Das muss eine ganz eigene Erfahrung sein.

Zu welcher Sorte gehörst du? Drehbuchreife Traumsequenzen oder komplettes Knockout?

Sag, hast du schon einmal von der sogenannten Schlafstarre gehört? Das ist eine ziemlich unschöne Angelegenheit.

Und wie fühlt es sich für dich an, wenn morgens der Wecker läutet?

Du darfst auswählen zwischen drei möglichen Antworten:

a.) Wie ein glühendes Metallrohr, das sich in deine Wirbelsäule bohrt und dabei „La Paloma“ quietscht,

b.) wie ein teuflischer Dreizack aus der Hölle, der sich seinen Weg (ohne Vaseline!) in dein Rektum bahnt, oder

c.) wie die Ohrfeige eines Riesen, dessen Hand mehr wiegt als ein Amboss und ein Bösendorfer-Flügel zusammen.

Und… Die Zeit läuft.

  1. 4. 3. 2. 1.

Ja. Eine Fangfrage! Die richtige Antwort lautet: a, b und c gleichzeitig!

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Nun denn.

Was bleibt einem da noch zu sagen?

Morgen werden wir ein wenig über die Exkommunikation der Kurfürsten und die Königin Regentin der zweiten Ära sprechen.

Wir sehen uns in den ewigen Jagdgründen!

Skøl

 

(Jannis Raptis, „Ansichten eines Troubadours“ Blog 2017, www.jannisraptis.com)

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