Ansichten eines Troubadours, August 2019: „Zypressen und Zikaden“

Ich hoffe, meine hoch geschätzten Leser genießen ihren Urlaub? Ich hoffe, Sonne, Meer und ätherische Gestalten sind euch allen wohlgesonnen?
Dieser Barde jedenfalls wurde im Taumel des sommerlichen Deliriums von Zypern durch Mittelmeer und Ägäis in die eigene Heimat gespült, wo er nun Nerven und Ruhe seiner Mutter raubt, so wie es sein liebstes Hobby ist.
Hier, in unserem Strandhaus in Chalkidike, scheint immer die Sonne. Hier gibt es immer gutes Essen. Hier schreibe ich jeden Sommer von morgens bis abends und den Rest der Zeit trinke ich.
Ist es nicht schön im Schoße der Familie?

Jetzt, da die Ansichten eines Troubadours real und zum Greifen nahe sind, kann ich endlich aufatmen. Ich fühle wieder. Ich sehe, schmecke und rieche wieder. Ich höre sogar wieder!
Der Tunnel hat sein Ende gefunden. Und auf der anderen Seite wartet ein hart erkämpftes, kleines Paradies.
Kein Geld, kein Ruhm. Noch nicht. Aber Wahrheit, Ordnung und Treue.

Ab 29. September kann man die Platte „Ansichten eines Troubadours“ überall kaufen und auch online erwerben.
Am 28. September findet die CD-Präsentation im Rahmen eines Live-Sets mit hochkarätiger Band im Haus der Musik statt! Tickets gibt es bereits auf wien-ticket.at oder direkt auf der Homepage vom Haus der Musik zu erstehen.

Im Klangcouleur der zahllosen Zikaden-Clans, umringt von Zypressen und Platanen und direkt am Meer, sitze ich nun, so, wie jeden Sommer seit knapp 20 Jahren, und schreibe. Es ist fürwahr ein seltsamer Umstand, den ich gerade zu erklären im Begriff bin. Tatsächlich weiß ich nicht einmal, ob das Gefühl zu beschreiben ist. Die Wahrheit lautet: In der Sekunde, in der ich hier ankomme, geht es los. Die Muse spricht zu mir durch die Zikaden (nachts sind es Grillen), durch den harzigen Duft der Bäume und die sanften Lieder der Wellen. Sie ist da und ich bin bei ihr, in ihrem warmen Schoß, so, wie vermutlich mein altes Ich im alten Griechenland.

Über die erscheinende Roman-Trilogie habe ich mich bislang noch nicht in der Öffentlichkeit geäußert, was allerdings absolut gar nichts bedeutet. Meine übermäßige Vorsicht darf nicht mit Wurschtigkeit verwechselt werden. Die Wahrheit ist: Im Sommer 2003 flüsterte mir die Muse der Ägäis ihre ersten Ideen zu, die mich sechszehn Jahre lang schriftstellerisch begleiten würden. Nun kann ich mit Freuden dabei zusehen, wie die harte, jahrelange Arbeit sich bezahlt gemacht und Unterkunft in einem Verlag gefunden hat. Band Eins erscheint planmäßig noch vor Weihnachten im Frankfurter Verlag „Edition Federleicht“. ISBN und Titel gebe ich bald bekannt.

Diese elendslange Geschichte (allein der erste Band wird im Taschenbuchformat knapp tausend Seiten betragen) muss zu Ende erzählt werden. Manisch tippe ich mir nun die Finger an Band Drei wund (160 Seiten in knapp drei Wochen – mein neuer Rekord). Anders als zum Beispiel das Erschaffen von Liedern, die ja jederzeit aufführbar und auf diese Weise vermittelbar sind, erachte ich die Schriftstellerei als eine außerordentlich einsame Tätigkeit. Vor allem, als ich noch auf Verlagssuche war und eine Abfuhr nach der anderen kassierte, fühlte ich nichts als Scham und Einsamkeit. Ich traute mich nicht, irgendjemandem außer meinen Nächsten zu sagen: Ich bin Schriftsteller. Ich dachte mir: Schriftsteller ist man erst dann, wenn ein Buch von einem echten Verlag, für den man selbstverständlich kein Geld ausgeben wird, verlegt und veröffentlicht wurde.
Genau dieses Idealbild ist nun eingetroffen und ich kann ruhigen Gewissens sagen: Ich bin genauso Schriftsteller, wie ich Musiker bin.
Gott, tut das gut. *lacht*
Meine Freunde verwechselten diese Strenge mit Komplexen, meine Frau den Perfektionismus mit Neurosen. Das alles spielt nun keine Rolle mehr, denn auf der Suche nach dem, was ich für richtig hielt, wurde ich auch fündig. Eines kann ich allen angehenden Autoren versichern: Dieses Pflaster ist unerhört rau und das erkenne ich schon jetzt. Am besten ist es, schnell den Beruf zu wechseln! *lacht*
Heutzutage einen Verlag zu finden, der an deine Arbeit glaubt, selbst wenn es sich dabei um einen Fantasy-Zyklus von jeweils tausendseitigen Bänden handelt, das ist eine Seltenheit für sich. In der spezifischen Sparte werden Vampir-Stories für vierzehnjährige Mädchen gesucht und bestenfalls eine weiterer „neuer Tolkien“, der original NICHTS mit dem Vorbild gemein hat. Ähnlich wie die Musikbranche haben wir derzeit einen ÜBERSCHUSS an Zeug und es ist eine Handvoll von Leuten, die entscheidet, was Erfolg hat und was nicht.
Aus diesem Grund, lieber Leser, bedeutet DEIN Support alles für einen Newcomer mit seinem Erstlingswerk!
Es gibt keine Worte, die ausdrücken können, was es mir bedeutet, endlich diese Geschichte mit DIR teilen zu können!

„Im Taumel der Sonne, des Winds und des Meeres
Packt mich der Schlaf und ich kann mich nicht wehr’n.“

Um einen ganz neuen Songtext zu zitieren. DAS ist Griechenland im Sommer. Ein von Sonne und Meer zermalmter Schädel, der aber doch irgendwie angenehm zu tragen ist. Dazu das Blau des Himmels und die Mittagshitze, deren wüstenhafte Stille lediglich von Zikaden und dem einen oder anderen Besteckklirren des Nachbarshauses unterbrochen wird, wo gerade Souvlaki gegrillt wurden. (Yummie!)

Oh, wie schön ist es zwischen neunzehntem Bezirk und griechischen Stränden! Ein Traum, den zu träumen mir gestattet wurde, ohne, dass ich irgendetwas dafür tun musste.
Mein ganzes Leben dachte ich, ich muss weg. Ich war besessen von einem Fluchtgedanken, dessen Ursprung, wie ich nun merke, auf Verblendung fußte. Verblendung herrscht überall. Wir alle tragen Masken, blicken in Spiegel, die lügen, und spielen unsere tausend Rollen wie Oscarpreisträger.

Wollen wir nicht einfach WIR sein? Unser vollstes Potenzial ausschöpfen und WIR SELBST sein? Wie schön wäre diese Welt nur, wenn jeder das sein dürfte, was er einfach sein will? (Selbstverständlich solange er niemandem dabei Schaden zufügt).

Erkennen ist der erste Schritt und der wiederum erfolgt in kleinen Schritten.

Ich erkenne, dass ich glücklich sein darf. Ich muss nicht länger weglaufen, vor nichts und niemandem. Keiner von uns muss das!
Erlaube dir selbst, der oder die zu sein, der oder die du sein willst. Erlaube dir selbst, das Leben zu führen, das für dich bestimmt ist.
Und wenn es nicht da ist, dann geh und hol es dir, ganz gleich, was alle sagen, ganz gleich, wie viele Kredite du dafür aufnehmen und wie viele Herzen du dafür brechen musst.

In diesem Sinne: Lasst uns froh und munter sein!
Lasst uns die Theateraufführung lieber gepflegt und nach einem Glas Chardonnay im Foyer besuchen, als sie selbst zu spielen.

Ich möchte DICH kennenlernen. Und niemand anderen.

Treue und Liebe

 

Jannis

PS: Am Freitag erscheint die erste Single-Auskoppelung zu meinem Album! Stay tuned, wie man so schön sagt!

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