Ansichten eines Troubadours, Woche 2: “Das Entschuldete Manöver”, Tag 6.

Kennst du das, wenn du am „Tag danach“ aufstehst, und dir denkst: Hätte mein Telefon nur eine automatische Tastensperre für betrunkene SMS und Sprachnachrichten!  Ja?

Ich besitze gottseidank kein Handy mehr, also ist ja alles im Grünen. *Trockenes Hüsteln*

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Aber jetzt mal ehrlich: Ich glaube, der Erfinder einer App für „Betrunkene SMS-Sperre“ könnt ein Vermögen verdienen. Ich bin halt kein Programmierer, deswegen kann ich das nicht entwerfen, aber im Grunde wäre die Idee nicht allzu kompliziert. Zum Beispiel: Sobald du das Handy nach Mitternacht zur Hand nimmst, beginnt eine Art Quiz. Du musst Fragen beantworten und Alkoholtests bestehen, um überhaupt ins SMS- bzw. Whatsapp- oder Facebook-Programm zu kommen. Wenn du die Prüfungen bestehst, darfst du Nachrichten senden. Wenn nicht, nicht.

Oder aber das Handy erkennt an deiner Fingertemperatur, wie viel Promille du hast. Fänd ich auch ganz praktisch.

Oder aber bestimmte Personen werden ab Mitternacht einfach blockiert, sodass du sie nicht mehr erreichen kannst.

Hah! Wir könnten der Menschheit einen großen Gefallen tun.

Überhaupt – und ich weiß, dass das Thema schon ausgeleiert ist – denke ich, dass dieses Handyzeitalter Vieles kaputt macht. Ich mein, wann war das letzte Mal, dass du OHNE dein Handy außer Haus gegangen bist?

Du musst mir nicht antworten, denn die Antwort ist klar. Jahre her!

Es ist wie ein Zuckerl, wie eine Zigarette. Die Sucht basiert auf Gewohnheit oder gar Langweile. Ja, schauma halt mal, was Facebook so sagt. Ja, checken wir mal zum Spaß das Wetter, die E-Mails, den Aktienkurs, den neuesten Geifer von Pinterest. (Say whaaat?!)

Weißt du, lieber Leser, was dieses „ständig erreichbar sein“ bei mir bewirkt hat?

Die Vernichtung der Achtsamkeit.

Menschen werden zu Umgebungsvariabeln. Du kannst sie ja eh jederzeit kontaktieren.

Dates werden durch Booty-Calls ersetzt, Freundschaften durch belangloses Geplänkel, einst glorreiche Versammlungen zu „Ja-schauma-mal-wer-halt-vorbeischaut“.

Das war lange Zeit normal für mich. Bis ich begriffen habe: So geht das nicht.

Wo bleibt die Achtsamkeit? Wo ist der Respekt? Gehst du so mit all jenen um, die dir etwas bedeuten?

Ich muss verneinen.

Die letzten Tage ohne Handy haben mir sehr gut getan. Ebenso die Tatsache, dass ich kein privates Facebook mehr habe. Sobald mir jemand einfällt, den ich vermisse, rufe ich ihn einfach an, und unterhalte mich mit ihm oder ihr. Es fühlt sich deutlich besser an.

Ja. Soviel dazu.

Was meinst du? Stimmst du mir zu? Oder labere ich nur irgendwas, weil es schon spät ist und ich, bevor ich schlafen gehen kann, noch einen Blogpost veröffentlichen muss? *lacht*

Wie auch immer. Hier ein Foto von gestern Abend, wo ich eine super sympathische Deutsche kennengelernt hab und ein Hobbit-Elfen-Foto mit ihr haben wollte!

Liebe Tanja, falls du das liest, meld dich doch! Hat mich sehr gefreut!

 

Also dann, Kinder.

Morgen habe ich eine Überraschung für all meine Wiener Freunde, denn es wird ein Protagonist in die Serie eingeführt, den viele von euch kennen und der mich gerade in New York besuchen ist *zwinker*

Freu mich schon drauf, euch von den bevorstehenden Eskapaden zu berichten!

Für heute jedoch sag ich: Muchas Gracias!

Und da sitz ich nun, ohne Handy und mit einem Laptop, der so langsam wie die Kontinentalverschiebung ist und denk mir: Scheiß auf das alles, meine Nerven packen diese Maschinen nicht länger!

Ich wette, du kennst das. Das innere Explodieren, wenn der Computer keine Rückmeldung aufweist.

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Ja. Ich sehe deinen zustimmenden Blick gerade. Genau das!

Zum Kotzen.

Nun denn!

Träum schön vom Auenland.

Um den Rest kümmert sich der Apple-Store.

 

Fakt zum Tag: 1202 wird durch den Tod seines regierenden Bruders Knut VI.  Waldemar II. neuer König in Dänemark

 

 

(Jannis Raptis, „Ansichten eines Troubadours“ Blog 2016, www.jannisraptis.com)

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