Ansichten eines Troubadours, Woche 9: „Das letzte Aufgebot“, Tag 3.

Einen wunderschönen verspäteten Mittwoch! *räusper*

Wie lief es mit der Fragerei? Was macht deine Gewissenserforschung?

Ich habe den Mittwochabend an einem Tresen verbracht und nachgedacht. Ich habe sogar solange nachgedacht, dass ich den Blogpost verschwitzt habe. Vergebung. Hier kommt er nun.

Es ist wirklich ein außerordentlich bemerkenswerter Zustand, alleine an einer Bar zu sitzen und zu beobachten, wie sich die Gedanken verändern. Wie sie kommen und gehen. Wie sie immer weniger und schließlich vom Zigarrenrauch verschlungen werden.

Dann beginnt die Meditation. Und ich sag’s dir ehrlich, lieber Leser und liebe Leserin: An wenigen Orten bin ich so sehr im Zen wie in einer gemütlichen Bar, auf einem Barhocker am Tresen sitzend. Das ist mein Krähennest, dort bin ich in Sicherheit und spähe.

Was ist dein persönliches Krähennest? Wo fühlst du dich sicher? Wo beruhigt sich die aufgewühlte See deines Geistes?

Erzähl mir davon.

 

Wir haben also beschlossen, uns Fragen zu stellen, nun, da 2016 sich dem Ende neigt. Am Dienstag schlug ich eine zentrale Frage vor. Nun behaupte ich, einen möglichen Lösungsvorschlag gefunden zu haben. Zumindest für mich. Vielleicht teilst du meine Ansicht.

Das Wort nennt sich Fokus.

Ich denke nämlich, dass viele von uns deshalb mit der Gesamtsituation unzufrieden sind, weil sie sich einfach fügen. Dem „System“, der Bequemlichkeit, dem Minimum, das für sie ausreichend ist, sie jedoch niemals erfüllen wird.

Ich behaupte also, dass 2017 ein verdammt gutes Jahr wird, wenn du für dich definierst, was du eigentlich willst.

Fokussier dich auf DEINE Arbeit (nicht auf die deiner Arbeitgeber, absurd), auf deine Beziehung, auf deine Spiritualität, auf was auch immer DIR wichtig ist.

Ich für mein Teil weiß: In zwei Wochen beginnen die Arbeiten zu meinem Debutalbum, unmittelbar danach will ich wieder auf Reisen, parallel will ich mich um eine gescheite VISA für Amerika bemühen und verdammt nochmal endlich mein Buch rausbringen, das seit Jahren in der Schublade verstaubt, und gleichzeitig will ich mein Privatleben auf die Reihe bekommen.

Ich möchte nur mehr meine eigene Musik spielen und da mache ich keine Kompromisse.

Keine Kompromisse und Fokus gehen nämlich Hand in Hand.

Jetzt bist du dran! Was sind deine Pläne? Hast du sie klar definiert? Wenn du in drei Sätzen wiedergeben müsstest, was du wirklich willst, wie würden diese lauten?

Es reicht, wenn du sie in deinem Kopf bildest. Sobald das geschafft ist, wiederhol sie jeden Tag. Von morgens bis abends. 24/7.

Bitte missverstehe mich nicht, ich bin, bei Gott, nicht in der Lage, irgendwem irgendwelche Ratschläge zu erteilen und ich halte mich für den Elendsten von uns Allen. Ich biete nur Vorschläge an, die für mich persönlich funktionieren. Und vor allem, möchte ich mir selbst helfen.

Uns bleibt nicht mehr viel Zeit. Blumige Reden über ein besseres Leben und geplatzte Träume bringen uns hier nicht weiter. Wir müssen handeln. Ich kann nur für mich sprechen, aber: Es wurde genug Zeit verschwendet. Zum ersten Mal seit vielen Jahren habe ich das Gefühl, das Richtige zu tun. Ich weiß, dass du weißt, wovon ich spreche.

Was schlummert tief in deinem Herzen?

Was auch immer es ist. Ich ermutige dich zu hunderttausend Prozent, dem Ruf zu folgen. Scheiß auf alles und jeden, pack deine zwei besten Hemden ein und reite nach Nepal. Du hasst deinen Job? Dann kündige ihn! Du bist unglücklich mit deiner Beziehung? Beende sie. Oder rette sie.

Die Liste ließe sich wohl endlos fortsetzen. Ich könnte jetzt zum Beispiel in den Wald gehen, da die Sonne scheint und mir etwas Bewegung gut tun würde. Aber ich könnte mich auch ins Bett legen und noch eine Runde schlafen. (Was ich tun werde.)

Es ist alles nur eine Möglichkeit.

Alles nur eine Möglichkeit.

Aus irgendeinem Grund bin ich mir sicher, dass 2017 ein sehr gutes Jahr für dich und mich werden wird.

Todsicher.

Der Herr sei mit dir.

 

(Jannis Raptis, „Ansichten eines Troubadours“ Blog 2016, www.jannisraptis.com)

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