Ansichten eines Troubadours, Woche 13: „Die Frau des Intendanten“, Tag 2.

Als Trobador (ursprüngliche okzitanische Wortform) oder Troubadour (französierte Wortform) bezeichnet man den Dichter, Komponisten und Sänger höfischer mittelalterlicher Lieder, insbesondere der in okzitanischer Sprache verfassten Trobadordichtung im südlichen Frankreich. Die Zeit der Trobadore ist vor allem das 12. und 13. Jahrhundert, als ältester Vertreter gilt Wilhelm IX. von Aquitanien. (Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie.)

Ja. Sie fuhren durch die Ländereien, besangen Hofdamen, dichteten anspruchsvolle Songs und inspirierten die Minnesänger im deutschsprachigen Raum.

Als ich heute weiterforschte und mich bis ins fünfte Jahrhundert vor Christus durchfraß, machte ich eine außerordentlich inspirierende Entdeckung: Den Begriff der Rhapsoden.

Die Rhapsoden nämlich waren, ähnlich wie die Barden in Irland, fahrende Sänger im alten Griechenland, die sich auf Saiteninstrumenten begleiteten und Epen sangen.

Soweit, so gut. Die Etymologie des Wortes ist allerdings faszinierend.

Griech. ῥαψῳδός, von ῥάπτω «zusammennähen», übertr. «zusammensetzen» u. ᾠδή «Gesang».

Also Lieder nähen praktisch. So.

Mein Nachname lautet Raptis. Das ist der, der näht, also der Schneider. Ich bin Johannes Schneider oder John Taylor, wenn du so willst. Ich fand zwar immer, dass der Name cool klingt, aber ich hatte ihm nie irgendeine Bedeutung beigemessen.

Und als ich heute las, dass in meinem Namen eigentlich so viel wie „Fahrender Musiker, der Epen vorträgt“ drinsteckt, bin ich beinahe in Tränen ausgebrochen.

Ich mein, komm schon!

Ganz gleich, ob es sich dabei nun um Zufall oder Schicksal handelt: Diese Erkenntnis war verdammt inspirierend und sehr, sehr förderlich für meinen Selbstfindungstrip! *lacht*

Daher kommt übrigens auch das Wort „Rhapsodie“.

Wahnsinn. Ich fühle mich gerade richtig magisch. Nein, ernsthaft jetzt. Ich fühle mich irgendwie bedeutungsvoll und in Einklang mit meinen früheren Leben. Es ist ein Gefühl, das in Worte zu fassen, mir sehr schwer fällt. Irgendwie gerät die ganze Fragerei nach der Sinnhaftigkeit hiermit komplett in den Hintergrund. Ich habe keinerlei Antworten erhalten, aber die Tatsache, dass ich gerade eine Art Netz vor mir sehe, genügt mir.

Es gibt Dinge da draußen, von denen wir keine Ahnung haben.

Über das menschliche Gehirn, über Zeit, Raum und Wiedergeburt ist fast nichts erforscht worden. Also keine Panik auf der Titanic.

Und hier ist noch etwas, das dir vielleicht Trost gibt, falls du ebenfalls in einem Loch des Hinterfragens steckst und Schwierigkeiten hast, herauszukriechen:

Wie ist es möglich, dass ein Atom, ein Sonnensystem, eine Galaxie und ein Galaxienhaufen so ähnlich aussehen?

Zufall?

Ich lache gerade manisch und hebe mein Wasserglas gen Äther.

Jamas! Auf dich, lieber Leser!

Auf den Code, den wir noch nicht geknackt haben und auf die Erleuchtung.

Auf die Selbstfindung, die Selbstliebe und die Selbsterkenntnis.

Auf die Spiralen der Wiedergeburt und auf alle Inkarnationen, die uns noch bevorstehen.

Es gibt einen Sinn.

Drum lasset uns singen, tanzen, schönen Damen den Hof machen und dieses Fest genießen, das sich Leben nennt!

 

(Jannis Raptis, „Ansichten eines Troubadours“ Blog 2017, www.jannisraptis.com)

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