Ansichten eines Troubadours, Woche 17: „Drei Lehrerinnen auf Abwegen“, Tag 1.

Hallo und herzlich willkommen zu Woche Numero 17 hier in den Ansichten eines Troubadours. Tut mir leid, dass ich das Wochenende nichts schrieb, aber Zeitmangel und ein überstrapaziertes Privatleben bohrten sich wie ein krummer Zeigefinger in mein Rückenmark und vereitelten mir die Pläne.

Anyway!

Wir haben es überlebt. Und nur darauf kommt es an!

Wie geht es dir?

Freust du dich über die Gesamtsituation? Über die Umstände und wie sie sich entwickelt haben? Funktioniert alles nach Plan?

Bringen diese Gewissenerforschungen, die ich hier anstelle, eigentlich irgendetwas?

Das Einzige, woran ich persönlich festhalten kann, ist meine Arbeit. Ich versinke in den Klängen meiner Lieder, die derzeit aufgenommen werden. Allmählich beginnt das Ganze Gestalt anzunehmen.

Hier ein Foto vom Studio:

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Musik kann schon etwas Tolles sein! *lacht*

Ein Jammer, dass 90% aller Musiker, die ich kenne – mich eingeschlossen – von der Sekunde, in der sie aufstehen, bis zur Sekunde, wenn sie einschlafen, leiden. Manchmal leiden wir sogar in unseren Träumen! *lacht-herzhaft*

Keine Gnade für die Guten!

So muss es sein, damit es richtig Spaß macht!

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Ja.

Wie hat dich die Woche so begrüßt? Liebst du deinen Job? Oder würdest du lieber im Kimono durch die Wohnung schlurfen, die dir nicht gehört, und bloggen?

Hat alles seine Vor- und Nachteile.

In solchen Situationen bleiben einem nur mehr der Galgenhumor oder die Bibel.

Ähm, was?

Keine Ahnung, Mann.

 

Bibel oder Blues? Wie wäre es mit einer neuen Komposition namens „Der Bibel-Blues“?

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Wie auch immer. Nachdem ich frei bin von allerlei Merkwürdigkeiten, höre ich gerade nach längerer Zeit wieder in voller Lautstärke Al Di Meola aus den 90ern, sodass die Wände vibrieren, und erinnere mich an meine Jugend als ich noch 8 Stunden täglich Gitarre übte und der Ansicht war, die Welt läge mir zu Füßen.

Irgendwie waren diese Zeiten doch magisch… Die Gitarre erforschen, improvisieren, mit dem Metronom üben und manisch versuchen, der schnellste und sauberste Gitarrist der Stadt zu werden.

Hach!

So sehr ich diese Seite in mir mittlerweile auch leugnen und ablehnen mag: Ich krieg den Gitarristen nicht aus mir heraus. Klar, ich wäre derzeit gerne Sängerin, aber die Vergangenheit kann ich nun mal nicht löschen.

Weißt du, was ich mein?

Ich weiß, es klingt banal, aber ich spüre diese Wahrheit gerade intensiver denn je. Man kann die Vergangenheit nicht verändern und sie wird immer, bis zum Tag unseres Ablaufdatums, Teil unseres Wesens und unserer Entwicklung sein.

Genau das dachte ich mir auch, als ich vorgestern Abend mit meiner Partnerin in eine Bar ging und dort zufällig eine unfassbar wichtige Person aus meiner Vergangenheit traf, mit der mich mittlerweile leider nur mehr Eiseskälte verbindet. Das Händeschütteln, das wir uns pro forma antaten, trieb mir Tränen in die Augen.

So ist das nunmal und es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen oder zu hassen.

Unablässig zu leugnen, wer man war, halte ich irgendwie für kontraproduktiv. Klar, ich bin der Erste, der predigt: Jeder Tag ist ein Neuanfang. Aber dennoch.

Was passiert ist, hat uns entscheidend beeinflusst und was jetzt gerade passiert, wird unser Ich von Morgen beeinflusst haben. (Endlich! Endlich kann ich den Futur II mal verwenden! Danke.)

Und so, wird Jannis Raptis, so sehr er auch Sängerin hätte werden wollen, mit der Gitarre in Verbindung stehen. So sehr ich auch versuche, einen auf Singersongwriter zu machen: Zwischendurch entweicht mir doch die eine oder andere Jazzline. *lacht*

Und das ist verdammt nochmal okay so.

Im Endeffekt ist das doch total magisch! Auf diese Weise ist jeder Einzelne von uns ein Unikat. Niemand teilt sich dieselbe Vergangenheit, niemand durchwatet dieselbe Gegenwart und auf niemanden wartet dieselbe Zukunft.

Weißt du, was ich mein, oder?

Verblüffend.

Zu leben heißt zu leiden, und das ist zu 100% garantiert.

Aber ich denke, gerade das macht das Drehbuch auch so spannend.

Wie sieht’s aus?

Bist du bereit für das nächste Kapitel?

 

 

(Jannis Raptis, „Ansichten eines Troubadours“ Blog 2017, www.jannisraptis.com)

 

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