Ansichten eines Troubadours, Woche 20: „Ein Scheunendrescher für den Stadtvogt“, Tag 3.

Der Morgen graut, die Augenlider singen Auenlieder und Hypnos hält sich fern.

Danke nochmal, Kollege! I really appreciate that!

Da wollt ich doch glatt mit einer Diät beginnen und nachts nichts mehr essen, damit die Bauchübungen sich auch bezahlt machen. Due to Insomnia vertilgte ich soeben jedoch in Windeseile zwei fette Palatschinken und `ne halbe Dose Nutella.

Fuck.

Muss aber gestehen, es war irgendwie geil. So wie alles, was verboten ist und Einem im Hals stecken bleibt.

Hoffentlich klappt’s jetzt dann mit dem Schlafen, hearns.

Selten, selten in meinem Leben ging’s mir so unfassbar schlecht, lieber Leser. Selten war der Teufelskreis so unmöglich zu durchbrechen. (Gerundiv: Es war mir ein Unmögliches.)

Vielleicht hätte ich Lateinlehrer werden sollen?

Wie geht es dir denn?

Ist alles in bester Ordnung?

Bist du auch der Ansicht, dass Sport und Meditation im Grunde unerlässlich für ein gesundes Leben sind?

Ich muss gestehen, es tut mir so gut, wieder fast täglich zum Sport zu gehen. Die Probleme werden dadurch zwar nicht gelöst, aber der Körper bekommt automatisch eine bessere Spannung und außerdem denke ich, hilft es auch beim Singen.

Ich pack’s echt nicht, ich liege im Bett und hinterfrage ALLES.

Es gibt schon Gründe, wieso Wesen wie ich ungern nüchtern nach Hause gehen. Der Suff hilft ihnen, ihr Gehirn abzustellen.

Diese quälende Fragerei nervt!

Aber viel schlimmer sind die Antworten, die allesamt zum Nihilismus führen. Denn das tötet Einen.

Oder, um Sauron zu zitieren: „Es gibt kein Leben im Nichts. Nur den Tod.“

Alles hinterfragt! Alles!

Ich denke, dass das ziemlich ungesund ist. Und manchmal denke ich, die Natur hat nicht beabsichtigt, dass der Mensch so weit denkt.

Sind wir also, die wir ALLES hinterfragt und als unwirklich abgestempelt haben, Fehlkonstruktionen? Wir, die wir weder gesellschaftskonform noch regimefähig sind?

Ist die Ungerechtigkeit nicht unaussprechlich?

Aber jetzt, liebe Leserin, wird’s erst lustig: Hinterfragen wir die Ungerechtigkeit und das Unaussprechliche!

Gerechtigkeit ist eine Erfindung.

Unaussprechlichkeit die Substantivierung des Wortes „unaussprechlich“, das die Persiflage eines Absolutadjektivs ist, aber im Endeffekt zu wenig Eier hat.

So. Weiter geht’s: Hinterfragen wir jetzt auch die Artikel, hinterfragen wir den Mangel an Serotonin in meinem Gehirn, der mich dazu anstiftet, über solche Dinge nachzudenken, hinterfragen wir die Sprache, das Denken, die Menschheit und alles, was dazu gehört.

Sinnlos.

Absolutadjektive, aus dem Fenster geschleuderte Sprachführer und Verfolgungsjagden in der Wüste; alles nur eine Möglichkeit.

Es ist alles nur eine Möglichkeit, aber die Illusion der Freiheit ist und bleibt eine Illusion.

Jede Beziehung zwischen Mann und Frau hat ein Ablaufdatum.

Jede Beziehung zwischen Mann und Mann mündet schlussendlich in Konkurenzdenken.

Jede Beziehung zwischen Mensch und Kapital führt zu unsäglichem Leid.

Ich verstehe gar nichts mehr.

Ich verstehe es so wenig, dass ich nicht einmal mehr wie ein trotziges Kind brüllen kann: „Ich hasse alles und jeden!“

Nein, denn Hass ist es nicht, was ich empfinde.

Es ist Unverständnis, Kälte und Dunkelheit.

Und grenzenlose Furcht.

Wie fühlen sich Amplituden?

Wer ist Zoroaster und wer Zorro?

Warum schmeckt Nutella nachts immer besser als tagsüber?

Wenn Dämonologen alles über Dämonen wissen, wer weiß dann alles über Dämonologen?

Was ist ein Zaeg?

Warum ist es draußen immer kälter als nachts? (Der gefällt mir!)

Woher stammen steuerrechtlich vertretbare Fakten?

Warum habe ich heute bereits zu Mittag Martini getrunken?

Das alles und Vieles mehr, liebe Gemeinschaft, erfahren wir in der nächsten Episode von „Jannis Raptis und seine Langusten“!

Wir schreiten nun voran zu Jefferson Steelflex und Alvin Yakitori mit dem Wetter!

::: Es wird Regen geben ::: (off screen)

Danke, Jeff & Alvin!

In diesem Sinne: Viel Spaß mit dem bevorstehenden Tag, schalten Sie morgen wieder ein und bleiben Sie regimekonform und salonfähig!

 

*Da-Da-Da-Daaa-Daaa-Tim-Pak-Luf-Par-Deeeeeeef*

 

(Jannis Raptis, „Ansichten eines Troubadours“ Blog 2017, www.jannisraptis.com)

 

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